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Ehrenamtliches Engagement von THW und Bundeswehr sorgte für Vergnügen bei einer lustigen Schlauchbootfahrt

Mehrfach erschallte der Ruf von Bootsführer Steffen Bräutigam über die Elbe. Er wusste, dass er eine gemischte Truppe von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sicher über den 17 Kilometerkurs mit dem Rettungsschlauchboot des THW Torgau schippern musste. Als Besonderheit kam für ihn dazu, dass sich die große Gruppe von 24 Personen aus den Leipziger Selbsthilfegruppen des Bundesverbandes Verwaiste Eltern und Trauernde Geschwister in Deutschland sowie zwei Trauerbegleiterinnen und ehrenamtlichen Helfern an diesem etwas trüben Sonntag zusammenfand.
Doch Bootsführer Steffen Bräutigam war seinerseits gut auf die außergewöhnliche Situation eingestellt. Denn Susanne und Jörg Borgstedt, selbst Eltern, die ein Kind verloren haben, organisierten die Schlauboottour am 14. Juli 2013. Beide sind bei der Bundeswehr tätig und erfahren mit der Planung von Einsätzen in Kooperation mit dem THW, sprachen den Reservistenkollegen Steffen Bräutigam und seine Kameraden aus Torgau an und diese waren sofort mit im Boot. Das THW organisierte nicht nur das Schlauchboot für 18 Besatzungsmitglieder sondern auch zwei Begleitspeedboote. Diese nahmen die Reservecrew für die Paddler sowie jene Eltern auf, die doch etwas skeptisch hinsichtlich des grauen Wetters und der doch gewöhnungsbedürftigen Sitzhaltung beim Paddeln waren.
Jedoch die Männer um Bootsführer Steffen Bräutigam sorgten von Anfang an für eine vertraute Stimmung. Nachdem die erste Rudermannschaft im Schlauchboot saß und alle Kontakt im Reitsitz mit der Gummiwand des Rettungsbootes aufgenommen hatten, schlug die Stimmung bei den ersten Ruderschlägen in Spaß und Freude am Rudervergnügen um. Auch aus den Begleitbooten schwappte eine Welle von lustigen Anfeuerungsrufen herüber. Da wurden die Kameras gezückt und von dem dahingleitenden Ruderboot und seinen verwegenen Frauen und Männern an den Riemen Fotos geschossen.
Am Kilometer 8 gab es einen Zwischenstopp für alle Besatzungen. Hier konnten sich alle vom Ausmaß der diesjährigen Flut überzeugen. Ein ganzes Wehr wurde bei Bruchlache aus dem Deich gespült. Der Abschnitt wurde bekannt, weil sich hier niederländische Soldaten einer Pioniereinheit an der Sicherung der Deiche beteiligten, um Schlimmeres zu verhindern. Restwasserlöcher in weiter Entfernung zeugten davon, dass die Flut diesen Bootsausflug der verwaisten Eltern und der trauernden Geschwisterkinder beinahe hätte buchstäblich ins Wasser fallen lassen können.
Bis zur großen Rast in Mockritz wurde die Crew ein erstes Mal gewechselt, so dass alle, die wollten, auch in den Genuss des Schlauchbootpaddelns kommen konnten. Der Landungsort Mockritz selbst grüßte schon von Ferne mit würzigem Bratenduft. Susanne und Jörg Borgstedt hatten zwei Freunde von der Bundeswehr nicht lange überreden müssen, um einen ausgiebigen Imbiss für die Bootsleute bereit zu stellen. Und so wurden Bratwürste, Steak vom Grill und ein wohlschmeckender Nudelsalat gereicht. Den Durst löschten die Teilnehmer mit Kaffee, Wasser, Schorle  und Bier. Die Kameraden von THW und Bundeswehr erhielten als Dankeschön für ihren ehrenamtlichen Einsatz an ihrem freien Sonntag einen selbstgebackenen Kuchen als Nachtisch.
Gestärkt und ausgeruht ging es auf die letzten sieben Kilometer Elbeabwärts in Richtung Dommitzsch. Auf dem Weg dorthin zeigten die Speedbootkapitäne, wie sie ihre Wassergefährte einsetzen können. Schnelle Fahrt, zackige Wendemanöver, Schlauchbootschieben und Uferlandungen sorgten nicht nur für Begeisterung bei den mitfahrenden Familien, sondern auch bei der Schlauchbootcrew, die sich anfangs das Ganze aus sicherer Entfernung betrachten konnte.
In Dommitzsch war nach gut 17 Kilometern Gesamtstrecke das Ziel erreicht. Vorher gab es jedoch noch eine kräftige Dusche aus einem der Speedboote, das sich mit einer riesigen Fontaine ins Schlauchboot von den Ruderern verabschiedete. Gut, dass endlich auch die Sonne zum Vorschein kam und die Sachen so ganz schnell wieder trocknen konnten. Wechselsachen waren gut eingeplant.
Susanne und Jörg Borgstedt haben als betroffene Eltern den Nerv der meisten an dem Ausflug beteiligten Familien getroffen.
„Die Schlauchbootfahrt war, trotz des etwas frischen Windes, ein wirklich gelungener Tag. Ich möchte mich auch bei den Bund sowie dem THW recht herzlich für diesen wunderschönen Tag bedanken. Des Weiteren war ich begeistert mit wie viel Spaß und Energie die Kinder gerudert sind. Sehr viel Freude haben mir auch die Einlagen der Speedbootfahrer bereitet. Das Picknick war auch bestens organisiert“, Martina mit Ingo im Herzen.
„Der Ausflug war schon ganz toll und es war ein ganz interessantes Erlebnis“, schreiben Gisela und Peter.
Ein gemeinsamer Tag auf dem Wasser, der mit der Hilfe engagierter Menschen vom THW Torgau und Freunden von der Bundeswehr zu einem unvergessenen Erlebnis wurde. Es zeigte, dass man in der Trauer nicht allein sein braucht und dass es Menschen wie die Kameraden aus Torgau gibt, die verstehen, wie wichtig es ist, Familien, die ihr Liebstes verloren haben, einen schönen Tag zu bereiten.

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