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09. August 2015 · Kommentare deaktiviert für Medien als Wasserträger, nur für wen? · Kategorien: Gesellschaft, Politik
Wasserspende für die Zeltstadt Dresden

Wasserspende für die Zeltstadt Dresden

Mit dem Wasserträger wird laut Wikipedia eine Person bezeichnet, „welche Anderen notwendige Routinearbeiten abnimmt, sie damit unter Umständen erheblich entlastet und womöglich entscheidend zu deren Erfolg beiträgt.“

Ganz in diesem und im wörtlichen Sinne haben wir uns mit 15 mal 6 mal 1,5 Litern Wasser am Samstag, den 8. August 2015, in Richtung Dresden zur dortigen Zeltstadt für Flüchtlinge auf den Weg gemacht. Wir wollten helfen, nachdem am Freitagabend zuvor Horrormeldungen von katastrophalen Bedingungen und Mangel an Trinkwasser über den Bildschirm der öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendungen und Zeitungs- sowie Online-Medien verbreitet wurden (z.B. MDR Aktuell vom 07.08.2015, ZDF vom 07.08.2015, Zeit Online vom 08.08.2015).

Wir wollten nicht nur Wasser bringen, sondern uns ein eigenes Bild von der Situation machen und konkret nach Hilfemöglichkeiten fragen. Wir haben mit Verantwortlichen und Wachpersonal geredet. Doch die Leute vor Ort sind nach den Berichten vorsichtig gegenüber Medienvertretern geworden. Diese berichteten nicht objektiv. Die Politik und die Medien haben die Lage auf der Welt aus ihren eigenen Interessen heraus betrachtet und kritisieren nun die Misere als besserwisserische Beobachter von außen.

Gern haben die Medien am Freitag die Einladung zur Pressekonferenz der freiwilligen Helfer – vorrangig aus dem Dresdner Universitätsklinikum – angenommen. Es wartete wieder eine publikumswirksame Sensation auf sie.

Eine Notunterkunft für 1000 Neuankömmlinge, aufgestellt in 48 Stunden durch DRK und THW. Hier sollten nach dem Willen der Politik Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und religiöser Weltanschauungen zur Erstaufnahme kurzfristig untergebracht werden. In dem so durchstrukturierten und bürokratisierten Land fehlten plötzlich die Standards für eine solche Aufgabe. Und doch haben die Beteiligten eine erste Lösung gefunden. Die Leistungen der Helfer wurden von den Medien nicht anerkannt. Die Mitarbeiter vom DRK Sachsen arbeiten bis zu 14 Stunden, um täglich die Situation in der Zeltstadt zu verbessern.

Es gab Engpässe, so die Helfer vor Ort. Aber, die waren nie so gravierend, dass die Bewohner nicht mit Wasser versorgt werden konnten. Jeder erhalte die gleichen Rationen an Lebensmitteln. Die Planungen des Sächsischen Landesverbandes des Deutschen Roten Kreuzes, der für den Betrieb der Zeltstadt verantwortlich ist, liefen in Hinblick auf die Wetterlage mit einer Vorausschau auf mehrere Tage. Man wolle die Versorgungslage stets komplett absichern.

Mir wurde freundlich Auskunft erteilt. In den Gesprächen wurde versichert, dass die gesamte Situation in der Zeltstadt sich normalisiert habe. Ja, es gäbe Probleme, aber das sei normal, wenn so viele Menschen auf engstem Raum wohnten. Man wolle nichts beschönigen, denn die Zeltstadt ist nur ein Provisorium für Tage oder Wochen, bevor die Flüchtlinge in festen Unterkünften ein Zuhause auf Zeit erhalten würden.

Ja, in dem Falle, dass Menschen geholfen wird, die zum Überleben aus ihrer Heimat ohne Nichts flüchten müssen, dürfen Medien und Politiker auch tendenziös sein. Sie sollen schreiben, wo die wahren Ursachen des Flüchtlingsstroms liegen. Sie sollen jene anklagen, die vor den Unterkünften mit Steinen und Schimpfwörtern werfen. Sie sollen zum Helfen aufrufen, wie sie es bei den sensationell großen humanitären Katastrophen wie dem Hochwasser in Sachsen 2002 und 2013 fast im Stundentakt zelebrierten. Dann wird sich in der Zeltstadt Dresden und anderen Unterkünften die Situation für die Neuankömmlinge und die der vielen ehrlichen Helfer verbessern und die Politik gezwungen sein, vor der nächsten Katastrophe zu handeln.

Ja, dann sollen sie auch zum Wasserträger der Menschen werden, die wirklich Hilfe brauchen. Bislang halten sie zu oft die Wasserkrüge für die Politiker bereit, weil diese kontinuierlicher für Schlagzeilen und Sensationen sorgen. Das muss sich ändern.

Hilfsangebote für die Zeltstadt Dresden: www.facebook.com/drksachsen.

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