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19. Februar 2016 · Kommentare deaktiviert für „Wenn wir die Ziele wollen, wollen wir auch die Mittel.“ Immanuel Kant · Kategorien: Kunst & Kultur · Tags: , , , , , , ,

Charlotte Steppes am Klavier bei ihrem Solo – Foto: Bert Grüneberger

Die Schule würde nicht diesen Namen, Immanuel-Kant-Gymnasium tragen, wenn sie sich nicht selbst und diesem großen Philosophen treu sein würde. Große Projekte wollte das Lehrerkollegium um Schulleiterin Heike Palluch bewegen und hat sie bewegt. Angefangen von der Sanierung des ehrwürdigen Gebäudes in der Leipziger Scharnhorststraße, das von 1883-1884 nach Plänen des Architekten Hugo Licht errichtet wurde. Weiter über die Gestaltung einer Sitzlandschaft für eine alternative Lern- und Pausengestaltung. Bis hin zum Projekt „Kant beflügeln“.

„Ich kann, weil ich will, was ich muss“, sprachs der Kant und dieser Gedanke scheint zum Leitmotto der neuen Kantianer geworden zu sein, als vor drei Jahren der Wunsch an die Schulleiterin herangetragen wurde, dass es eines neuen Flügels bedürfe. Die Nachfrage kam u.a. aus der musikalisch geprägten Elternschaft. Genauer von Frank Lehmann, Leiter vom Orchester des Musikvereins Leipzig e.V., der mit seinem Klangkörper 2013 eine neue Probenheimstadt im Kant-Gymnasium gefunden hatte. Der alte Flügel der Schule war stimmlich nicht mehr auf der Höhe der Zeit, so dass für den Musikunterricht, den Chor sowie die vielen musikalischen Events des Gymnasiums eine Neuanschaffung dringend geboten war.

Gut, dass es in Zeiten knapper öffentlicher Kassen einen Förderverein an der Schule gibt. Dieser und insbesondere Vereinsmitglied Corinna Wend sahen sich der langen musischen Tradition des Gymnasiums verpflichtet, um das Projekt „Neuer Flügel“ anzunehmen. Was vielleicht einfach klingt, bei über 700 Schülern und vielen Absolventen, einen Konzertflügel zu beschaffen, kam doch erst langsam ins Rollen. Eine Idee musste her, um aus einer puren Idee wahrlich gute Klänge werden zu lassen. So wandelte sich vor zwei Jahren aus dem „Beschaffungsauftrag“ des Fördervereins das gut durchdachte Fundraisingprojekt „Kant beflügeln“.

In der Zusammenarbeit von Schülern des musikalischen und des künstlerischen Profils der Schule, den musikalischen Mietern wie dem Musikverein Leipzig e.V. und dem Jugend- & Blasorchester Leipzig e.V. sowie vielen engagierten Eltern wurden Patenschaften für die Klaviatur im Wert von mindestens 88 Euro pro Taste angeboten. Mit kreativ gestalteten Flyer und Plakaten sowie Konzerten der Klangkörper vom Musikverein und vom Jugend- & Blasorchester sowie der Orchesterklassen der Schule wurde die Werbetrommel gerührt. Paten sollten gefunden werden, um das Kant-Gymnasium neu zu „beflügeln“. Und bis zum Jahresende 2015 fanden 83 schwarze und weiße Tasten durch Klassen der Schule, Schüler, Eltern, die beiden Klangkörper, viele Spender aus und um Leipzig einen Paten. Eine ganze Oktave sicherte die Porsche Leipzig GmbH. Insgesamt wurden 10.451 Euro gesammelt. Ergänzt um einen Beitrag aus dem Topf des Fördervereins konnte mit Unterstützung von Leipzig Piano das neue Instrument gekauft werden.

Am 29. Januar 2016 stand er nun da, der neue Flügel, das schwarze Schmuckstück. Er ist nun das neue Schmuckstück der Aula, die sich nach der Renovierung als Konzertsaal für gut 100 Zuschauer anbietet. So auch an diesem Abend, als das Kant von kleinen und großen Pianisten beflügelt wurde. Schüler und Eltern, die in ihrer Freizeit sich der Musik, dem Klavierspielen, verschrieben haben, weihten das Instrument mit einem sehr anmutigen Konzert ein. Von Klassik bis Filmmusik reichte das Repertoire der Musiker. Höhepunkt war der Gastauftritt der Preisträgerin des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ Charlotte Steppes. Die 16jährige Schülerin von der Leipziger Thomasschule ließ ihre Finger über die Tasten des Flügels wahrlich fliegen und bezauberte durch die Leichtigkeit und Hingabe ihres Spiels ob Solo oder in Begleitung des Orchesters des Musikvereins Leipzig e.V..

Das „Einweihungskonzert“ in der Aula, mit 236 Quadratmetern Fläche und sieben Meter Höhe die größte aller Leipziger Schulen, war ein gelungenes Dankeschön an die Paten und Unterstützer des Projektes „Kant beflügeln“. Der Namensgeber der Leipziger Schule in Connewitz wäre Stolz auf den Ehrgeiz, mit dem Schüler, Lehrer, Eltern und Freunde dieses Vorhaben umgesetzt haben. Auch wenn Immanuel Kant nachgewiesener Maßen kein großer Fan der Musik war. Doch lobte er den Klang des von seinem Sekretär Ehregott Andreas Wasianski selbstgebauten Bogenflügel: „Ein Adagio mit einem Flageolettzuge, der dem Ton der Harmonika ähnlich ist, schien ihm mehr widerlich als gleichgültig zu sein; aber beim geöffnetem Deckel in der vollsten Stärke gefiel ihm das Instrument ungemein, besonders wenn eine Symphonie mit vollem Orchester nachgeahmt wurde*.“

Vielleicht haben sich bis zum Schuljahres noch Paten für die letzten fünf Tasten gefunden. Und vielleicht sind es Klassen aus der Schule, die von dem neuen Instrument am meisten Nutzen haben.

http://kantgym-leipzig.de/kant-befluegeln

  • Karl Vorländer, „Immanuel Kant. Der Mann und das Werk, MarixVerlag GmbH, Wiesbaden 2004, Seite 390

 

 

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